Dömitz im Süden von Mecklenburg-Vorpommern

Die Festungsstadt mauserte sich zu einem attraktiven Erholungsort

18.06.2009 Harald Rossa

Eine kleine Stadt auf historischem Stadtgrundriss ist Dömitz. Ein Ensemble von Fachwerkhäusern umgibt das Rathaus. Die Festung ist ein besonderes Bauwerk seiner Art.

Im Südwesten des Landes Mecklenburg-Vorpommern liegt an der Elbe die Festungsstadt Dömitz in einem Dreiländereck zwischen Niedersachsen, Brandenburg und Mecklenburg.

Sehenswertes in Dömitz

Dömitz ist mit rund 3.500 Bewohnern eine einladende und freundlich wirkende Kleinstadt. Der für den Frachtverkehr kaum noch genutzte Hafen der Stadt ist heute für die Gäste hergerichtet. In den ehemaligen Hafengebäuden wird Erlebnisgastronomie geboten und ein maritimes Hotel bietet komfortable Übernachtungsmöglichkeiten.

Ein kurzer Spaziergang führt vom Hafen in die Altstadt. Der Stadtgrundriss ist noch weitgehend mittelalterlich. Alte Fachwerkhäuser prägen das Quartier rund um das Rathaus. Das Rathaus ist ein zweigeschossiger Bau mit Mansarddach aus dem Jahr 1820. Um 1890 entstand mit dem Bau einer Feuerwache der historistische Turm am Rathaus.

Die größte Attraktion der Stadt ist die nur wenige Schritte vom Altstadtzentrum entfernte Festung Dömitz. Von hier geht es direkt in den „Naturpark Mecklenburgisches Elbetal“, wo Spaziergänger, Wanderer und Radler die Natur in vollen Zügen genießen können.

Die Johanneskirche ist bereits der vierte Kirchenbau an dieser Stelle. Sie wurde 1869 bis 1872 erbaut. Der neugotische Backsteinbau trägt ein Zeltdach. Der Turm erhebt sich 50 Meter.

Seit 1873 verband eine Eisenbahnbrücke bei Dömitz die beiden Elbufer. Am 20. April 1945 wurde die Brücke zerstört und die Gleise der Bahnstrecke von Wittenberge bis Dömitz wurden als Reparationsleistung abgebaut. Von der Brücke sind Reste stehen geblieben. Dömitz war weiter von Ludwigslust aus mit der Bahn erreichbar. Der Personenverkehr auf dieser Strecke wurde im Jahr 2000 eingestellt.

Die Festung Dömitz stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde aus einer schon länger hier stehenden Burg entwickelt. Sie wurde unter dem mecklenburgischen Herzog Johann Albrecht I. erbaut. Ihre Aufgabe war der Schutz der südwestlichen Grenze des Herzogtums Mecklenburg und die Sicherung des Übergangs über die Elbe. Die Festung hat einen fünfeckigen Grundriss mit Bastionen an den Ecken des Fünfecks. Angenehm ist der Aufenthalt im Garten des Festungscafes. Die Wälle der Festung bieten guten Schutz vor dem Wind.

In der Festung ist ein Museum zur Geschichte der Stadt Dömitz und der Region untergebracht, das auch viel Interessantes zur Elbschifffahrt und zur Grenze zwischen den beiden deutschen Staaten präsentiert. Dazu gehört auch die Fritz Reuter Gedenkhalle. Der niederdeutsche Dichter saß von 1838 bis 1840 auf der Festung Dömitz als Strafgefangener ein.

Die Steinschleuse bei der Festung wurde von 1568 bis 1572 im Zuge des Ausbaus der Elde erbaut. Die Wände der Schleusenkammer wurden aus Backsteinen und Sandstein errichtet. Daher ihr Name Steinschleuse. Der heutige Zustand entspricht dem Stand nach dem Umbau von 1722. Sie ermöglichte den Schiffsverkehr zwischen Elbe und Elde und diente dem Hochwasserschutz der Stadt Dömitz.

Die Landschaft um Dömitz

Eine seltene Besonderheit bietet das Naturschutzgebiet Elbtaldünen bei Klein Schmölen bei Dömitz. Diese Binnendünenlandschaft entstand am Ende der letzten Eiszeit vor etwa 12.000 Jahren. Damals trieben Stürme die von den Schmelzwässern der Gletscher abgelagerten Sande zu hohen Dünen auf oder ließen Flugsandflächen entstehen. Die Binnendüne bei Klein Schmölen hat bis heute von Vegetation freie Flächen. Der Wind verändert noch immer beständig die Form der Düne. Aber wandern kann sie nicht mehr.

Besonders intensiv an die innerdeutsche Grenze wird im Ortsteil Rüterberg erinnert. Dieses Dorf beanspruchte am Tag vor dem Fall der Mauer 1989 den Status einer Dorfrepublik und wurde so weltweit bekannt.

Geographie und Anreise nach Dömitz

Die Stadt Dömitz ist der südlichste Ort in Mecklenburg-Vorpommern. Sie liegt im Naturpark Mecklenburgisches Elbetal beim Dreiländereck von Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Brandenburg. Nördlich der Stadt findet sich die so genannte Griese Gegend. Zur Stadt Dömitz gehören die Ortsteile, Heidhof, Polz, Rüterberg, Groß- und Klein Schmölen.

Bei Dömitz wurde 1936 eine Straßenbrücke über die Elbe für den Verkehr freigegeben. Wie die Eisenbahnbrücke wurde sie am 20.April 1945 von alliierten Fliegern zerstört und nach dem Zweiten Weltkrieg wegen der Grenzlage nicht wieder aufgebaut. Am 18. Dezember 1992 ist die neue Straßenbrücke im Verlauf der Bundesstraße 191 dem Verkehr übergeben worden.

Zur nächsten Autobahnabfahrt bei Neustadt/Glewe sind es über die B 191 rund 45 Kilometer. Außerdem führt die B 195 parallel zur Elbe durch Dömitz.

Die Eisenbahn bedient den Bahnhof Dömitz seit 2000 nicht mehr. Der nächste Bahnhof ist in der Kreisstadt Ludwigslust. Von dort sind es rund 35 Kilometer nach Dömitz.

Radfahrer erreichen den idyllischen Ort am einfachsten über den Elberadweg. Vom Bahnhof Wittenberge sind es runde 50 Kilometer bis Dömitz. Als Rast bietet sich etwa auf halber Strecke das Städtchen Lenzen an.

In Dömitz mündet die Müritz-Elde-Wasserstraße in die Elbe, die sie mit dem Quellgebiet der Havel verbindet. In der Stadt überquert der Eldekanal die durch Dömitz fließende Löcknitz. Für Bootstouristen bietet Dömitz beste Bedingungen.

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Zugang zur Festung Dömitz, Harald Rossa Zugang zur Festung Dömitz
Das Rathaus in Dömitz, Harald Rossa Das Rathaus in Dömitz
Der Rathausturm in Dömitz, Harald Rossa Der Rathausturm in Dömitz
Ein Fachwerkhaus in Dömitz, Harald Rossa Ein Fachwerkhaus in Dömitz
Hier sind Radler hoch willkommen, Harald Rossa Hier sind Radler hoch willkommen
 
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